Im Landesinneren Kretas, fernab der Strände und Touristenwege, am Rand des Bergdorfes Zaros, entspringt eine der klarsten Quellen der Insel. Die Zaros-Quelle, am Fuß des Ida-Gebirges, zählt zu den bedeutendsten Süßwasserquellen der Insel. Ihr Wasser gilt als eines der reinsten Griechenlands – langsam gefiltert durch die Kalkschichten des Psiloritis und reich an Mineralien, die ihm einen fast süßen, weichen Geschmack verleihen.
Zaros bedeutet „Ort des Wassers“ – ein Name, der hier wörtlich wird. Die Quelle versorgt das Umland seit Jahrhunderten. Heute wird ihr Wasser direkt am Austritt abgefüllt – nachhaltig, lokal, kontrolliert. Es enthält Calcium, Magnesium und Bikarbonate, bleibt aber weich und leicht.
Dass es international ausgezeichnet wurde, überrascht wenig:
Es ist ein Wasser, das seine Herkunft nicht verbirgt.
Ein Geschmack, der an Felsen, Zeit und Licht erinnert.
Oberhalb des Dorfes Zaros liegt der kleine Votomos-See, von Platanen umgeben und direkt aus der Quelle gespeist.
Hier wird das Wasser zu einem Spiegel: ruhig, klar, tief.
In den Tavernen am Ufer werden Forellen aus den Quellbecken serviert – ein einfaches, ehrliches Essen, geprägt von der Landschaft.
Vom See aus beginnt der Weg in die Rouvas-Schlucht, eine der schönsten Wanderwege Kretas. Alte Platanen, Wasserläufe, Felswände – ein Tal, das vom Element Wasser gezeichnet wurde.
Besonders schön ist der See am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, wenn das Licht weicher wird und ein feiner Blauschimmer über der Oberfläche liegt.
Das Ida-Gebirge gilt in der griechischen Mythologie als Geburtsort des Zeus.
Der Legende nach trank schon der Götterknabe aus den Wassern dieser Berge.
Vielleicht ist es Zufall – oder nur ein schönes Bild – doch wer hier herkommt, versteht, warum sich solche Geschichten hier halten.
Das Wasser wirkt, als trage es etwas Ursprüngliches in sich:
ein Stück Himmel, das die Erde berührt.
Oberhalb des Sees erhebt sich das Kloster Agios Nikolaos, über einem schmalen Zufluss zur Schlucht — die Dächer leuchten blau im Berglicht und setzen ein klares Zeichen: Wasser, Glaube und Natur gehören hier zusammen.
Wer vom Ufer des Sees einen Pfad nach Norden steigt, erreicht nach wenigen Minuten den Ausgang zur Felsschlucht: der Eingang zur wilden Landschaft des Psiloritis beginnt dort.
Lage: Zaros, ca. 45 km südlich von Heraklion
Erreichbarkeit: mit dem Auto über Agia Varvara oder Moires
Sehenswert: Votomos-See, Rouvas-Schlucht, Kloster Agios Nikolaos
Beste Zeit: Morgen und später Nachmittag
Tipp: Forelle in einer der Tavernen – frisch aus dem Quellwasser