Im Winter wird Kreta grün.
Die Felder nehmen wieder Wasser auf, die Bergkämme tragen lange Linien aus Schnee. Unter den Oliven liegen Netze der Ernte.
An den Bäumen reifen Orangen und Mandarinen, die jetzt süß werden und Farbe in die feuchte Luft bringen.
Das Meer wechselt zwischen Stille und Kraft: an manchen Tagen liegt es glatt wie Glas, an anderen ist es so stark, dass der Strand verschwindet.
Farben treten klar hervor:
das Weiß der Wolken, das dunkle Grün der Hänge – und ein Blau, das fester wirkt als im Sommer.
Der Winter ist auf Kreta kein Zwischenraum.
Er ist der Teil des Jahres, in dem die Insel atmet – und sich selbst gehört.
Der Winter auf Kreta ist kein einheitlicher Zustand.
Er zeigt Gegensätze, die gleichzeitig existieren.
Vielleicht zeigt der Winter das wahre Kreta.
Ohne Glanz, ohne Kulisse –
Wind, Meer,
und Tage, die kürzer werden.